In Memoriam Peter Szondi

Vorüberlegungen zur Gründung der Peter Szondi-Werkstatt

Peter Szondi
(1929 – 1971)

Peter Szondi wurde 1929 in Budapest geboren, wo er auch die Schule bis zum 15. Lebensjahr besuchte. Sein Vater war der berühmte Schicksalsanalytiker Leopold Szondi. Mit fünfzehn Jahren wurde Peter Szondi ins Konzentrationslager Bergen-Belsen interniert, konnte aber nach seiner Befreiung in die Schweiz emigrieren. An der Universität Zürich war der der Schüler von Emil Staiger, von dessen gattungstheoretischen Ansichten er zwar Anregungen erhielt, dessen geschichtslose Methodik er aber kritisch ablehnte. Während seiner Studien in der Schweiz entwickelte sich Szondi zu einem Experten der französischen und deutschen Literatur. Nach seiner Habilitierung war er zunächst Privatlehrer, dann Professor Ordinarius an der Freien Universität Berlin. In Deutschland wird er bis heute als der Gründer komparatistischer Universitätsstudien verehrt, wobei er lediglich einige Jahre an dem von ihm gegründeten Institut tätig war. 1971 erhielt er eine Professur in Zürich, die er allerdings nicht mehr bekleiden konnte, da er sich mit 42 Jahren das Leben nahm. Seine wissenschaftliche Karriere endete also besonders rasch. Seine Nachfolger aber, die Generationen von Wissenschaftlern und Kritikern sind sich darin einig, dass Szondis Oeuvre kein Torso ist, sondern zu den jenen Werken der Klassiker der Literaturwissenschaft gehört, die bis heute lebendig nachwirken.

 

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