Der Widerstand des poetischen Wortes, Bergamo

Der Widerstand des poetischen Wortes – heute
Bergamo, 24. und 25. Mai 2016

In Kooperation mit der Peter-Szondi-Werkstatt Veszprem

Vom Paul Celans „Gegenwort“ bis zu den Gegenreden (2015) Uwe Kolbes scheint das poetische Wort das revolutionäre Potential seines Wesens in der Zeit der Posthistorie, nach dem vermeintlichen Tod aller Ideologien immer noch zu behaupten. Übrigens hat auch Günter Kunert in seinen Frankfurter Vorlesungen dieses Potential als a priori des Gedichtes hervorgehoben: „Jedes Gedicht ist sowieso ein Akt des Widerstandes gegen alle Welt…“
Wenn das poetische Wort sein „dennoch“ gegen die Sprache der gedeuteten Welt spricht, wie Rilke damals sagte, wenn es an einer unaufhörlichen Dekonstruktion des Politischen arbeitet, wie Derrida in seinen Vorlesungen gezeigt hat, ist es jetzt vielleicht die richtige Zeit, nach all der Wenden des letzten Jahrhunderts, sich zu fragen, ob und wie heute die deutsche Dichtung mit der herrschenden Rhetorik der Macht in der globalisierten und vernetzten Welt sich auseinandersetzt.
Die Tagung „Der Widerstand des poetischen Wortes – heute“ soll eine kritische und theoretische Perspektive eröffnen, die einerseits die wesentliche Radikalität des Gedichtes am Beispiel der zeitgenössischen Lyrik hinterfragt, und andererseits das aktuelle Verhältnis der Lyrik zum Politischen und dessen Dekonstruktion erörtert.

Eva Kocziszky, Amelia Valtolina

Pdf: Meghivo_Bergamo